Heilung & erste Wochen

Die Narbe nässt oder geht wieder auf – was jetzt?

Eine offene Stelle braucht Wundversorgung. Auch dann, wenn die Operation schon einige Wochen zurückliegt.

Saugende Wundauflage auf grauem Hintergrund
Symbolfoto zur Wundversorgung: eine saugende Wundauflage. Foto: Enter · CC BY-SA 4.0.

Wenn eine vermeintlich verheilte Operationsnarbe wieder aufgeht, beende die Narbenpflege an dieser Stelle. Keine Massage, kein kosmetisches Gel und kein Silikonpflaster darüber. Kontaktiere die operierende Praxis oder die zuständige Wundsprechstunde zeitnah. Bei zunehmenden Schmerzen, Rötung, Fieber oder deutlich mehr Flüssigkeit noch am selben Tag. Wundöffnung und Sekret gehören zu den Zeichen, die nach einer Operation geprüft werden müssen. [1]

Vielleicht ist nur ein Punkt feucht. Vielleicht hat der Hosenbund gerieben oder ein Pflaster beim Abziehen die Haut verletzt. Auch ein Fadenrest oder ein Problem der Wundheilung kommt infrage. Du kannst die Ursache nicht allein aus der Größe der Öffnung ablesen.

Drücke die Stelle nicht aus und taste sie nicht mit Wattestäbchen oder Pinzette ab. Benutze für die Zwischenzeit nur die Wundversorgung, die dir für solche Situationen erklärt wurde. Fehlt diese Anleitung, lass dir beim Anruf sagen, wie du die Stelle bis zur Kontrolle sauber abdecken sollst. Hausmittel, Puder und übrig gebliebene Salben sind kein Ersatz für diesen Plan.

Für den Anruf

Sag, welche Operation wann stattgefunden hat, seit wann die Stelle offen ist und ob Flüssigkeit austritt. Beschreibe Farbe und Menge, ohne aus der Farbe eine Diagnose abzuleiten. Erwähne Geruch, Schmerzen, Schwellung, Fieber und Medikamente, die die Nachbehandlung beeinflussen könnten. Auch ein neu begonnener Pflegeversuch ist eine relevante Information, kein Grund für Scham.

Ein Foto kann den Verlauf ergänzen, wenn die Praxis es über einen geeigneten Weg anfordert. Es kann aber weder die Tiefe der Öffnung zeigen noch sicher ausschließen, dass sich darunter etwas verändert hat. Warte bei einer Verschlechterung nicht auf eine Bildantwort.

Bei starker Blutung, rascher Verschlechterung oder schwerem Krankheitsgefühl brauchst du dringende Hilfe. Außerhalb der Praxiszeiten erreichst du in Deutschland bei dringenden, nicht lebensbedrohlichen Beschwerden den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117; bei einem Notfall die 112.

Eine Infektion kann auch erst nach der Entlassung auffallen. Krankenhäuser empfehlen deshalb, solche Veränderungen aktiv zu melden. [2]

Mit der eigentlichen Narbenpflege startest du erst wieder, wenn die Stelle erneut vollständig verheilt ist und das zuständige Team zustimmt. Lass dir diesen Übergang erklären. „Es ist wieder trocken“ und „du darfst wieder massieren“ sind nicht automatisch dieselbe Aussage.

Quellen zum Nachlesen

  1. Cambridge University Hospitals: Caring for your surgical wound
  2. Gloucestershire Hospitals: Surgical wounds and preventing infections

Die verlinkten Fachinformationen sind überwiegend englischsprachig. Stand dieses Beitrags: 9. Oktober 2026.

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